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- Mai 2010 -
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(als pdf) Für jahrzehntelange Niedrigstpreise im Milchsektor zahlen Kühe einen viel zu hohen Preis. Auf Hochleistung gezüchtet, vegetiert über ein Drittel der deutschen Milchkühe lebenslang fest angebunden in düsteren Ställen vor sich hin. Vor allem in baden-württembergischen Kleinbetrieben ist diese Tieer verachtende Haltungsform noch immer weit verbreitet. |
Das Tierschutzbündnis Baden-Württemberg fordert den Ausstieg aus der Anbindehaltung von Kühen, verbindliche Haltungsvorschriften und staatliche Fördergelder für Betriebe, die ihre Haltungssysteme tiergerechter ausbauen.
Während es den Milchbauern noch gelingt, auf ihre Existenz bedrohende Situation wegen unverschämt niedriger Milchpreise hinzuweisen, bleibt das Elend der eigentlich Leidtragenden weitestgehend im Dunkeln. Ein großer Teil der Milchkühe fristet bei uns in Deutschland nämlich immer noch ein qualvolles Dasein in finsteren Ställen und steht ein Leben lang fest angebunden in engen Ständern reihenweise nebeneinander.
Sie können sich lediglich hinlegen und aufstehen, aber weder umdrehen noch herumlaufen. Oft ist es so eng, dass noch nicht einmal alle Kühe gleichzeitig liegen können, ohne sich beim Aufstehen gegenseitig auf die Zitzen zu treten. Meist bleiben die Kühe auch im Sommer im Stall, häufig besteht die Liegefläche nicht aus Stroh, sondern aus Betonboden. Der extreme Bewegungsmangel erhöht die gesundheitlichen Probleme der aufgrund der Zucht auf höchste Milchleistung ohnehin massiv belasteten Tiere. Milchkühe werden spätestens mit einem durchschnittlichen Alter von 4,7 Jahren geschlachtet.
Mehr als ein Drittel der Milchkühe werden deutschlandweit immer noch in so genannten Anbindeställen gehalten und die meisten befinden sich in Süddeutschland. Gerade in Baden-Württemberg gibt es noch besonders viele dieser Ställe, im Jahr 2009 traf das noch auf etwa 7.500 (von insgesamt 11.000 Milchkuhbetrieben) mit insgesamt etwa 120.000 (von insgesamt 350.000) Milchkühen zu. Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich hier keinesfalls um das gerne zitierte Auslaufmodell handelt, das sich mit der Zeit von selbst erledigt. Vielmehr besteht hier unverzüglicher Handlungsbedarf, denn nach wie vor gibt es weder national verbindliche Haltungsvorschriften zur Rinderhaltung noch bestehen dahingehende EU-Vorgaben; einzig die Haltung von Kälbern ist bis jetzt geregelt.
Deshalb fordert das Bündnis der großen Tierschutz- und tierschutzorientierten Organisationen, wie der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V., Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Bundesverband Tierschutz e.V., Internationale Gesellschaft für Nutztier-haltung und Ethologische Gesellschaft e.V., die alle auch im Tierschutzbeirat des Stuttgarter Ministeriums für Ländlichen Raum vertreten sind, für Baden-Württemberg erneut mit Nachdruck einen zügigen Ausstieg aus der Anbindehaltung von Milchkühen.
„Die Anbindehaltung missachtet jegliche elementaren Grundbedürfnisse der Rinder und ist damit vergleichbar der Käfighaltung von Legehennen und von Mastkaninchen. Gesetzliche Regelungen zur Haltung von Milchkühen und ein Auslaufen bestehender Anbindehaltungen bis spätestens 2017 sind längst überfällig. Ebenso notwendig sind finanzielle Fördermaßnahmen für tierfreundliche Haltungssysteme und eine bessere Bezahlung der Milchbauern. Nur so haben Betriebe, die den Kühen ein tiergerechteres Leben ermöglichen wollen, überhaupt eine Wettbewerbschance“, erklärt Herbert Lawo, der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, stellvertretend für die Bündnispartner.
Da die Anbindehaltung von Rindern in Baden-Württemberg besonders in kleinen Betrieben vorkommt, würde eine Umstellung auf andere Haltungssysteme hohe Investitionen erfordern. Die Entscheidungsträger der Politik befürchten derzeit, dass deshalb viele dieser Rinderhaltungen nicht weiter bestehen könnten.
Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden. Landestierschutzverband BW e.V.
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