Meerschweinchen- ein oder zwei Tiere?
Meerschweinchen leben in freier Wildbahn in großen Gruppen von ca.10 bis sogar 100 Tieren. Um ihr Überleben zu sichern haben sie ein gut funktionierendes Sozialverhalten entwickelt und verkümmern seelisch, wenn sie alleine in einem kleinen Käfig sitzen müssen. Auch der Besitzer hat von zwei Tieren mehr als von einem, er kann so zwei Schweine beobachten, die miteinander spielen, die Welt erkunden und sich gegenseitig putzen. Ein Schweinchen, dass lange alleine lebte, ist oft sehr träge und hat selbst an Futter kein großes Intresse mehr, setzt man aber einen Schweinefreund dazu, blühen diese Einzelschweine richtig auf, springen sogar durch den Käfig und reden wieder mehr mit Schweinchenkollege und auch dem Futtergeber.
Wer kann mit wem?
Meerschweingruppen zu vergessellschaften, stellt eigentlich kein großes Problem dar. Ein Pärchen mir kastriertem Böckchen klappt meist schon in den ersten Stunden, als wären sie schon immer zusammen gewesen. Zwei Männchen, die miteinander aufgewachsen sind, können sich dauerhaft vertragen. in der Pubertät fängt mancher Meerschweinmacho jedoch an zu streiten. Dann sollte er und evtl. auch das andere Männchen kastriert werden, um den Frieden zu sichern. Zwei Weibchen, die miteinander groß geworden sind, ärgern sich zwar manchmal gerne, lieben sich danach aber umso mehr. Wird ein ausgewachsenes Weibchen zu einem vorhandenem gesetzt, könnten sie anfangs etwas zickig sein. Oft raufen sie sich aber schnell zusammen und können dann ohne einander gar nicht mehr leben.
Pro Meerschweinchen sollte mindestens 0,5m² an Platz zur Verfügung stehen, wobei mehr immer besser ist als weniger. Da Meerschweine Fluchttiere sind benötigen Sie auch ein Häuschen für jedes Schweinchen, dass den Käfig bewohnt. Flache Häuser besitzen den Vorteil, dass die Schweinchen auch einmal hinaufspringen und die Aussicht bewundern können. Über ein bischen Natur, in der Form von Zweigen (auf die Verträglichkeit achten,denn so manche Pflanze ist giftig für die kleinen Nager) oder Pflanzen, die auch dem Zahnabrieb dienen, freuen sich die Tiere ebenso, wie über regelmäßigen Freigang durch die Wohnung.
Meerschweinchen und Kinder
Oft sind Meerschweinchen eine der ersten Tierarten, die unsere Jüngsten besitzen. Die alleinige Verantwortung sollten Kinder jedoch nicht besitzen, die Eltern sollten erklärend und korrigierend einschreiten, wenn es um die Pflege und den Umgang mit dem Vierbeiner geht. Meerschweine sind Fluchttiere und werden sie grob von oben hoch genommen, erinnert dies an den Angriff eines Raubvogels und erschreckt sie. Besser ist, man kommt von vorne und schiebt langsam die Hand unter den Bauch des Tieres. Mit etwas Zuwendung und Ritualen werden auch scheue Schweine schnell zutraulich. Am besten füttert man sie jeden Tag zu einer bestimmten Zeit aus der hand. Die klugen Tiere merken so schnell, dass von der Hand nichts Böses ausgeht und fassen Vertrauen.
Die richtige Ernährung
Anders als von den meisten Zoohandlungen empfohlen, sollten Meerschweine höchtens im Winter etwas Körnerfutter bekommen Besser jedoch, es wird ganz darauf verzichtet. Heu sollte dagegen immer zur Verfügung stehen. Damit es nicht so schnell verschmutzt wird ist eine Heuraufe sinnvoll, jedoch nur wenn diese von den Schweinchen angenommen wird. Auch Grünfutter ist ein wichtiger Bestandteil in der Meerschweinchenernährung. Salat, Gurke, Karotte und Fenchel kann eigentlich jeden Tag gegeben werden. Früchte und Lauch sollte nur in geringer Menge, besser aber nur im Ausnahmefall, verfüttert werden. Für ein gesundes Meerschweinchenleben sollte auf zuckerhalige Leckerlies ganz verzichtet werden und auch Joghurtdrops und ähnlich nicht übertrieben oft angeboten werden.
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