|
-13. Juli 2010-
Der Landestierschutzverband weist darauf hin, dass Tiere auf der Weide an heißen Tagen unbedingt Schattenplätze und ausreichend Trinkwasser benötigen.
Auf einer Weide in Burladingen (Zollernalbkreis) ist am vergangenen Wochenende ein Schaf in der sengenden Hitze jämmerlich verdurstet. Aufmerksame Spaziergänger informierten die Polizei, dass auf einer Weide Schafe ohne Wasser stehen würden - doch für ein Tier kam jede Hilfe bereits zu spät. Gegen den Schafhalter wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.
Immer wieder erreichen den Landestierschutzverband Meldungen besorgter Tierfreunde über Schafe, Rinder, Ponys und Pferde, die ohne ausreichende Versorgung mit Frischwasser und ohne Schatten in der prallen Sonne stehen. Doch Weidetiere leiden genauso wie Menschen an den Folgen zu intensiver Sonnen- und Hitzeeinwirkung. Grundsätzlich gilt deswegen auch für Weidetiere: Schatten und Wasser sind unabdingbar.
Rinder beispielsweise können ihren Wasserbedarf, selbst wenn frisches Grünfutter verfügbar ist, nicht ausschließlich über das im Futter gebundene Wasser decken. Daher muss Rindern ganzjährig hygienisch einwandfreies Wasser zur freien Verfügung stehen. Dabei ist bei erwachsenen Rindern von einem Durchschnittsbedarf von etwa 40 Litern auszugehen - milchproduzierende Kühe bzw. Mutterkühe mit Kälbern brauchen sogar das Doppelte. Und an heißen Tagen steigt der Wasserbedarf noch zusätzlich an. Pferde benötigen im Sommer mindestens ca. 60 Liter Trinkwasser täglich pro Tier und auch für Schafe ist ausreichend Trinkwasser lebensnotwendig.
Prinzipiell kommen Pferde, Schafe und Rinder mit Kälte wesentlich besser zu Recht als mit der zur Zeit herrschenden Hitze. Mit zunehmender Körpertemperatur werden die Tiere unruhig und geraten zunehmend unter Stress, es treten Störungen des Nervensystems und des Kreislaufs auf, die sogar bis zum Tod führen können.
Jeder Tierhalter ist nach geltendem Tierschutzrecht dazu verpflichtet, seine Tiere vor solchen Leiden zu bewahren und entsprechend Vorsorge zu treffen.
Ein Schutz vor der Sonne im Sommer ist deswegen mindestens ebenso wichtig wie ein Kälteschutz im Winter. Bei der ganzjährigen Weidehaltung von Rindern oder "Robusthaltung" von Pferden ist deshalb auch im Sommer ein Witterungsschutz unabdingbar. Fehlen natürliche Schattenspender, wie dichte Laubbäume oder bieten diese nicht genügend Schatten für alle Tiere der Gruppe, müssen zusätzliche Schattenplätze geschaffen werden. Schon eine großflächig gespannte Plane bietet Schutz vor der direkten Sonneneinstrahlung.
„Eine weitaus sinnvollere Maßnahme ist es natürlich die Tiere über die Mittagshitze in den Stall zu holen und nur am frühen Morgen oder späten Abend bzw. über Nacht auf die Weide oder Koppel zu lassen“ rät Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes. „Dann sind nicht nur die Temperaturen erträglich, sondern auch Mücken und Bremsen weniger aktiv, die Weidetiere durch ihre Stiche oder Bisse noch zusätzlich belästigen.“ fügt Lawo ergänzend hinzu.
Der Landestierschutzverband nimmt deshalb auch jeden Hinweis aus der Bevölkerung ernst und ermutigt alle Mitbürger, bei Verdacht auf unsachgemäße Weidetierhaltungen zum Schutz der Tiere umgehend den örtlichen Tierschutzverein, die Polizei oder das zuständige Veterinäramt zu informieren.
Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden. Landestierschutzverband BW e.V.
Unterfeldstr. 14 B 76149 Karlsruhe
Tel.: 0721 704573 Fax.: 0721 705388
e-mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
|